Was ist Automatisierung?

“Übertragung von Funktionen des Produktionsprozesses, insbesondere Prozesssteuerungs- und -regelungsaufgaben vom Menschen auf künstliche Systeme.”
Gabler Wirtschaftslexikon

Anstelle also wie bei der Mechanisierung ausschließlich die Produktion selbst an Maschinen zu übertragen, geht die Automatisierung einen Schritt weiter und nimmt dem Menschen auch Organisation und Regulation ab. Wenn eine Automatisierung in einem Betrieb erfolgreich eingeführt wird, können die Mitarbeitenden ihre Arbeitskraft dann für die strategische Ausrichtung und die Überwachung der Maschinen nutzen. Mittlerweile reicht diese Entwicklung in viele Branchen hinein und basiert auf diversen Technologien. Wir werfen einen Blick auf das Phänomen.

Wo wird die Automatisierung verwendet?

Automatisierung spielt sich insbesondere in der Industrie ab. Dabei können nahezu alle Etappen einer Produktion abgedeckt werden:

  • Be- und Verarbeitungsvorgänge
  • Fördervorgänge
  • Handhabungsvorgänge
  • lagertechnische Vorgänge
  • Enwticklungsvorgänge
  • Produktionsplanungsvorgänge
  • Produktionssteuerungsvorgänge


Vom Mittelstand bis in den großen Konzern können durch die Automatisierung einige Abläufe abgekürzt werden. Doch seit wann gibt es das Prinzip überhaupt?

Geschichte der Automatisierung

Automatisierung ist keine Erfindung des Zeitalters von Social Media und Websites, denn schon im antiken Griechenland wurden erste Automaten entworfen. Dabei entstanden zum Beispiel selbst öffnende Tempeltüren in Alexandria oder auch ein Weihwasser-Automat – echt wahr!

 

Allerdings hat sich der Begriff der Automatisierung über die Jahre hinweg in seiner Bedeutung und seinen Auswirkungen stark verändert. Insbesondere wenn wir diese Entwicklung skizzieren, werden die neuen Anforderungen und Möglichkeiten deutlich.

Erste Phase der Automatisierung

Mechanisierung eines Prozesses

wichtigste Technologie: Wasser- und Dampfkraft
Beispiel: Webstuhl

Zweite Phase der Automatisierung

Massenproduktion

wichtigste Technologie: elektrische Energie
Beispiel: Fließband

Dritte Phase der Automatisierung

Digitalisierung des Produktentstehungs- und Produktionsprozesses

wichtigste Technologie: Elektronik und IT
Beispiel: Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)

Vierte Phase der Automatisierung

Industrie 4.0

wichtigste Technologie: cyber-physische Systeme
Beispiel: Smart Factory

Wichtige Technologien aus der Automatisierung

Robotic Process Automation (RPA)

Mit HIlfe von Software-Bots können RPA-Tools die Interaktion zwischen Mensch und Computer simulieren und so repetitive Aufgaben automatisieren.

Einsatz-Beispiel: Kund:innen-Anfragen können mit Hilfe von Software-Robotern kategorisiert und automatisiert beantwortet werden.

Deep Learning

Das Deep Learning adaptiert die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Das bedeutet, dass in künstlichen neuronalen Netzen tatsächlich ein Lernprozess stattfindet, mit Hilfe dessen eine Maschine kontinuierlich neue Fähigkeiten erlernt.

Einsatz-Beispiel: Erst mit Hilfe des Deep Learning wurde das Übersetzungs-Tool DeepL so akkurat wie es heute funktioniert. Denn die eingegebenen Daten werden mit den Eingaben der Nutzer:innen durchgehend angepasst, so dass möglichst konkrete und passende Übersetzungen angeboten werden.

rfid-Chips

rfid-Chips sind prinzipiell schnöde Datenträger. Diese haben im Rahmen der Automatisierung aber eine tragende Rolle, denn sie optimieren den drahtlosen Datenaustausch. RFID steht für “Radio Frequency Identificiation” und ermöglicht eine Erkennung von Informationen per Funkübertragung. 

Einsatz-Beispiel: Gerade in der Produktion der größten Industrie-Zweige ist die rfid-Technologie ein Innovationsantreiber. In einer intelligenten Fabrik können Montagelinien über einen rfid-Chip am Werkstück direkt ablesen, wie ein fertiges Produkt zusammengestellt sein muss und welche Arbeitsschritte dafür benötigt sind.

Vorteile der Automatisierung

  • Freiheit für Menschen
    Mitarbeitende können die repetitiven Aufgaben hinter sich lassen und sich um freiere Aufgaben kümmern, die sich um die Ausrichtung des Konzerns oder Kreativleistungen drehen.

  • Flexible Arbeitszeit statt Schichtarbeit
    Da die Maschinen ohnehin 24/7 arbeiten und produzieren können, sind Angestellte flexibler in ihren Arbeitszeiten und können sich von den bisherigen straffen Strukturen befreien.

  • Nachhaltigkeit
    Menschen sind fehleranfälliger als Maschinen – vor allem wenn letztere von Anfang an Fehlkalkulationen vermeiden können. Dadurch sparen Unternehmen wichtige Ressourcen und schützen zudem die Umwelt.

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Einzelstücke statt Massenproduktion
Seit der Einführung der Fließband-Produktion sind Einzelstücke ein Luxusgut. Dennoch wird der Bedarf an individuellen Produktionen gleichzeitig immer höher. Mithilfe der Automatisierung wird eine Einzelstück-Produktion auf Dauer im Kostenaufwand keinen Unterschied mehr zur Massenproduktion ausmachen.

Risiken der Automatisierung

Hohe Investition

Große Konzerne setzen seit vielen Jahren auf die Automatisierung, der Mittelstand bleibt zögerlich. Der Kostenaufwand für diese Prozessumstrukturierung ist enorm hoch und der ROI ziemlich riskant.

Abbau von Arbeitsplätzen

Die Maschinen nehmen uns in diesem Fall tatsächlich die Arbeitsplätze weg. Für Unternehmen bedeutet das zwar eine Kostenersparnis, für die Gesellschaft wird aber ein Bedarf nach neuen Verteilungen der Arbeitskraft entstehen.

IT-Sicherheit im Fokus

Je mehr Automatisierung, desto wichtiger die Sicherheit der eingesetzten Systeme. Unternehmen müssen in den Schutz von Risiken und Bedrohungen von außen also einiges investieren. Und selbst dann ist die Gefahr durch Hacker-Angriffe höher als zuvor.

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